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Dieses Blog habe ich für FreundInnen und Bekannte eingerichtet, damit sie sehen können was es auf
der Isla Bonita - La Palma so alles gibt und wie es sich dort lebt.

Samstag, 24. März 2012

Wasser

„Wen Gott liebt dem schenkt Er Wasser und ein Leben auf La Palma“. So eine palmerische Redewendung.



Natürlich spielte und spielt auch auf dieser Insel das Wasser eine nicht geringe Rolle, wobei die Geschichte der Förderung und der Verteilung dieses lebenswichtigen Elementes nicht nur sehr interessant, sondern auch ziemlich komplex ist.


Lange Zeit waren Zisternen die einzige Möglichkeit auch im normalerweise regenlosen Sommer genügend Wasservorräte zu horten. Heute dienen diese Speicher nur noch der Landwirtschaft. Unter dem Holzkasten befindet sich die Entnahmeöffnung.


Der größte Wassermenge wird in den Galerien, d.h. waagerechten Stollen, gefördert und durch Verrohrungen in die Sammelbehälter bei, bzw. auf die Häuser verbracht und je nach vertraglich zugesicherter Menge verteilt. Diese Wasserrohre, die von verschiedenen Gesellschaften verlegt und betrieben werden, bilden an manchen Stellen ein scheinbar wirres Leitungssystem. Aber wichtig ist, dass das Nass dort ankommt wo man es braucht und nicht, wie das Ganze aussieht.



Die in den 50er und 60er Jahren den 20. Jahrhunderts gebohrten Brunnen in Küstennähe sind fast alle wieder, bedingt durch Versalzung, stillgelegt. 
Durch die Passatwinde fallen die meisten Niederschläge im Nordosten der Insel, während der größte Anteil des Wassers heute im Südwesten für die Bananenproduktion benötigt wird (s. post vom 09.03.12). 


Die kanarischen Inseln haben die Besonderheit, dass Wasser Privatbesitz ist. So wurden z.B. die Galerien durch vorher verkaufte Aktien, mit dem entsprechenden Risiko behaftet, getrieben. Auch die öffentliche Hand muss das Wasser, dass sie seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verteilt, von den Gesellschaften erwerben. Dies obwohl um 1990 in Spanien ein "Wassergesetz" in Kraft trat, welches besagt, dass Süßwasser öffentliches Eigentum ist. Demnach soll das private Wasser innerhalb von 50 Jahren in die öffentliche Hand übergehen. Da aber Entschädigungen an die privaten Eigentümer zu zahlen sind, außerdem die Frage der Verteilung nicht geklärt ist, lässt die Realisierung dieses Gesetzes sicherlich noch auf sich warten.



Kostenlos erfrischen kann man sich aber an öffentlich zugänglichen Quellen.


Freitag, 9. März 2012

Plátanos*

Monokultur soweit das Auge reicht. In nicht geringem Ausmaß wird hierdurch das pflanzliche ökologische System auf der Insel majorisiert. Wo es 'stattfindet', ziehen sich die Bananenplantagen bis zum Meer hinunter. Und würde der subventionierte Anbau auch in höheren Lagen über ca. 500 m gedeihen, dann wären sie sicherlich auch dort zu finden.



Da es keine Erntesaison gibt, wird das ganz Jahr über angebaut sowie geerntet. Und damit die Pflanzen wind- und wärmegeschützt besser gedeihen können, umzingelt man die Plantagen mit hohen Natur- und/oder Betonsteinmauern und haust sie mit Plastikfolien ein.
Wer dies mit Arbeiten von Christo und Jean-Cloude vergleicht, der weiß weder bezogen auf den einen, noch in dem anderen Fall, wovon er spricht.



Um ein Kilo Bananen zu erzeugen müssen mehrere hundert Liter Wasser aufgewandt werden. Dies ist auf La Palma mit seinem reichlichen Wasservorkommen bislang lediglich in, bzw. nach einem wasserarmen Winter 'nur' ein Kostenfaktor.


Ende des 19. Jahrhunders kamen die Pflanzen, aus Asien importiert, auf die Insel. Inzwischen wird ebenfalls die größere mittelamerikansiche Sorte angebaut. Aber auch dadurch wird die hiesige Monokultur nicht konkurrenzfähiger gegenüber anderen Ländern, in denen preiswerter produziert wird.


Vorwiegend werden die Früchte durch die Kooperativen, in denen die Erzeuger zusammengeschlossen sind, auf das spanische Festland exportiert. Seit Neuestem kann man die 'platanos' auch in Berlin und Köln kaufen. Sie schmecken ausgezeichnet.


Leider gibt es hier nur einen geringen ökologischen Anbau und so ißt man wohl auch den Inhalt der Plastiksäcke mit.


* Bananen

Donnerstag, 23. Februar 2012

Karneval

Zum Karneval gehört auf La Palma, wie auf den übrigen Kanaren, eine Königin. Es sind sogar mehrere, denn jede 'Hochburg' hat ihre eigene. So auch Los Llanos de Aridane, die größte Stadt auf der Insel.



Nachdem der Umzug, eine/r der großen Karnevalsveranstaltungen und -tage, vorbei ist, werden die Köstüme der Königin (1. Preis) und Ihrer Damen (2. und 3. Preis) sowie der anderen ehemaligen Konkurrentinnen des vorausgegengenen Wettbewerbs öffentlich ausgestellt.



Alle Kreationen unterliegen einem selbstgewählten Motto und sind von DesignerInnen entworfen. Ihre professionelle Realisation verdanken sie in den meisten Fällen Sponsoren. Gelder, die durch die Nachbarschaftsvereine 'zusammen gebettelt' wurden. Nur wenigen Ausführungen sieht man die 'Heimarbeit' an.



Damit ist der Karneval, bzw. die Saison aber noch nicht vorbei. Diese endet erst mit der feierlichen Verbrennung der Sardine. Ein weiteres großes Spektakel, das von Ort zu Ort an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten am Abend stattfindet.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Kirchen + Kapellen

Im Geleit der Konquistadoren befanden sich - wie üblich - auch Geistliche, die in der Folge den Katholizismus und u.a. seine äußeren Merkmale auf der Insel etablierten.




Die meisten der Gotteshäuser, ob Kirchen oder Kapellen, entstanden bis 1800 und sind mit Ausnahme der Klöster bis heute in Funktion. Im Allgemeinen sind nur die Portale und Fenster durch Steineinfassungen hervorgehoben, an denen man die zeitliche Entstehung ableiten kann, während der übrige Bau schlicht gehalten ist. Bei freistehenden Gebäuden sind die Ecken durch Steinquader betont ("in echt" oder aufgemalt). An der inneren Ausstattung läßt sich fast überall der Mudéjar-Stil in der Ausgestaltung der Holzarbeiten sowie der flämische Einfluss, bzw. Herkunft in den Altarretabeln erkennen.





Mittwoch, 8. Februar 2012

Drachenbäume



Die Bezeichnung Baum/Bäume ist irritierend, da es sich bei den nordafrikanisch-makaronesischen Endemiten nicht um Bäume, sondern um Mitglieder aus der Familie der Spargelgewäschse handelt. Ein solcher "Drachenbaum" (dracaena draco) kann ca. 20 m hoch und mehrere hundert Jahre alt werden.
Schon die Ureinwohner La Palmas, die Benahoaritas, schätzen die Pflanzen und verwendeten u.a. das (rote) Harz für medizinische Zwecke und zur Mumifizierung ihrer Toten. Später fand es Einsatz als Zahncremezusatz sowie in Lacken und der Konservierung von Holz, was zur starken Dezimierung der Pflanzen führte. Aus den Blättern wurden Körbe etc. hergestellt.




Große Exemplare und kleine 'Wäldchen' findet man vorwiegend im Norden und Nordwesten der Insel, z.B. bei Las Tricias.



Donnerstag, 2. Februar 2012

Mandelblüte

In diesem Jahr fällt die Mandelblüte bislang mäßig aus, da der winterliche Regen auf sich warten läßt. Trotzdem zeigen sich viele Bäume im weißen oder rosa Blütengewand, das gegen die schwarzen, kahlen Äste kontrastiert. Ganze Landstriche scheinen in einen weiß-rosanen Schleier gehüllt.




Mandelbäume werden seit Jahrhunderten auf der Insel kultiviert, vor allem im Nordwesten. In den letzten Jahrzehnten ist die Ernte und Verarbeitung der Nüsse aber stark zurück gegangen, da dies eine arbeitsintensive Prozedur ist und der Erlös dafür nur sehr gering ausfällt. Ausserdem die Mandeln nicht die Größe und Süße haben wie die Konkurrenz aus anderen Gebieten.

Und alle Jahre wieder findet Ende Januar, Anfang Februar das traditionelle Mandelblütenfest in Puntagorda statt. Ein Ereignis, an dem nicht nur (fast) die ganze Insel, sondern auch Gäste von den anderen kanarischen Inseln teilnehmen. Es gibt (Live-)Musik, Tanz, etwas zu essen und viel zu trinken. Daneben aber auch andere kullturelle Veranstaltungen.