Natürlich spielte und spielt auch auf dieser Insel das Wasser eine nicht geringe Rolle, wobei die Geschichte der Förderung und der Verteilung dieses lebenswichtigen Elementes nicht nur sehr interessant, sondern auch ziemlich komplex ist.
Lange Zeit waren Zisternen die einzige Möglichkeit auch im normalerweise regenlosen Sommer genügend Wasservorräte zu horten. Heute dienen diese Speicher nur noch der Landwirtschaft. Unter dem Holzkasten befindet sich die Entnahmeöffnung.
Der größte Wassermenge wird in den Galerien, d.h. waagerechten Stollen, gefördert und durch Verrohrungen in die Sammelbehälter bei, bzw. auf die Häuser verbracht und je nach vertraglich zugesicherter Menge verteilt. Diese Wasserrohre, die von verschiedenen Gesellschaften verlegt und betrieben werden, bilden an manchen Stellen ein scheinbar wirres Leitungssystem. Aber wichtig ist, dass das Nass dort ankommt wo man es braucht und nicht, wie das Ganze aussieht.
Die in den 50er und 60er Jahren den 20. Jahrhunderts gebohrten Brunnen in Küstennähe sind fast alle wieder, bedingt durch Versalzung, stillgelegt.
Durch die Passatwinde fallen die meisten Niederschläge im Nordosten der Insel, während der größte Anteil des Wassers heute im Südwesten für die Bananenproduktion benötigt wird (s. post vom 09.03.12).
Die kanarischen Inseln haben die Besonderheit, dass Wasser Privatbesitz ist. So wurden z.B. die Galerien durch vorher verkaufte Aktien, mit dem entsprechenden Risiko behaftet, getrieben. Auch die öffentliche Hand muss das Wasser, dass sie seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verteilt, von den Gesellschaften erwerben. Dies obwohl um 1990 in Spanien ein "Wassergesetz" in Kraft trat, welches besagt, dass Süßwasser öffentliches Eigentum ist. Demnach soll das private Wasser innerhalb von 50 Jahren in die öffentliche Hand übergehen. Da aber Entschädigungen an die privaten Eigentümer zu zahlen sind, außerdem die Frage der Verteilung nicht geklärt ist, lässt die Realisierung dieses Gesetzes sicherlich noch auf sich warten.
Kostenlos erfrischen kann man sich aber an öffentlich zugänglichen Quellen.

